Der Ausgangspunkt: der anspruchsvolle posteriore Oberkiefer
Kaum eine Region fordert uns bei der Implantatplanung so heraus wie der seitliche Oberkiefer. Nach dem Verlust der Molaren und Prämolaren kommen zwei Prozesse zusammen: die Resorption des Alveolarkamms und die Pneumatisation der Kieferhöhle. Beides reduziert die verfügbare vertikale Knochenhöhe, oft so weit, dass eine Implantation ohne Augmentation nicht möglich ist. Die Sinusbodenaugmentation, ob über den lateralen Zugang oder transkrestal, ist deshalb für mich ein fester Bestandteil der Rehabilitation im posterioren Oberkiefer.
Über viele Jahre habe ich dabei bovines Xenograft und synthetische Ersatzmaterialien verwendet. Die Volumenstabilität war zuverlässig. Was mich zunehmend beschäftigt hat, war die Qualität und Reife des Knochens zum Zeitpunkt der Implantation: viel verbliebenes Graftmaterial im Bohrkern und vergleichsweise wenig vitaler, umgebauter Eigenknochen.
[Eigene Beobachtung von Dr. Bold einsetzen: typische Ausgangssituation im Seitzahnbereich, ungefähre Restknochenhöhe, was am bisherigen Material im Sinus gestört hat.]
Der Auslöser für den Wechsel: Osteoinduktivität und schnellere Reife
Der fachliche Grund für meinen Umstieg war die biologische Aktivität des Materials. In einer aktuellen Übersichtsarbeit fasst Miron es klar zusammen: Allografts sind heute die einzige Klasse von Ersatzknochentransplantaten, die als osteoinduktiv gelten, und haben dadurch einen Vorteil gegenüber Xenografts und synthetischen Materialien [1]. Während Xenograft und synthetische Materialien im Wesentlichen als Leitschiene wirken, bringt humaner Allograft ein aktives biologisches Signal für die Knochenneubildung mit. Gerade im Sinus, wo ich möglichst reifen, tragfähigen Knochen zum Zeitpunkt der Implantation möchte, ist das für mich entscheidend.
Deshalb setze ich bei der Sinusaugmentation heute auf das humane Allograft von surgebright ([genaue Produktbezeichnung einsetzen]). Ausschlaggebend waren für mich die sichere Aufbereitung des humanen Knochengewebes, die osteoinduktive Eigenschaft und ein in meiner Praxis sehr gutes Handling beim Einbringen über das laterale Fenster.
Was die Evidenz im Sinus zeigt
Meine klinische Beobachtung deckt sich mit der Studienlage speziell zur Sinusaugmentation:
- Galindo-Moreno et al. (2018): direkter Vergleich von Allograft und Xenograft, jeweils mit autologem Knochen, bei lateraler Sinusaugmentation. Bei ähnlicher initialer Knochenbildung resorbierte der Allograft schneller, mit deutlich weniger Restpartikeln nach sechs Monaten (9,8 % vs. 21,7 %; p = 0,026). Beide Materialien waren nach zwölf Monaten funktioneller Belastung klinisch und radiologisch erfolgreich [2].
- Froum et al.: in einer randomisierten Split-Mouth-Untersuchung (mineralisierter Allograft gegen bovines Xenograft im jeweils gegenüberliegenden Sinus) zeigte sich nach acht Monaten ein höherer Anteil vitalen Knochens im Allograft-Areal [3].
Für mich ist die Kernaussage nicht „Allograft schlägt Xenograft auf ganzer Linie“, sondern: Der Allograft reift schneller in vitalen, umgebauten Eigenknochen um und hinterlässt weniger Fremdmaterial. Das ist genau die Knochenqualität, die ich mir für eine stabile Implantatlage wünsche.
[ABBILDUNG 1 — Literaturbeleg. Histomorphometrie-Abbildung aus einer Open-Access-Studie zur Sinusaugmentation. Nur mit korrekter Quellenangabe und nach Lizenzprüfung (CC-Lizenz) verwenden. Bildunterschrift-Vorschlag: „Deutlich weniger Restpartikel im Allograft-Areal nach sechs Monaten. Quelle: Galindo-Moreno et al., Clin Oral Implants Res 2018.“ NICHT als eigener Fall kennzeichnen.]
Mein Fall
Der überzeugendste Beleg ist für mich mein eigener Verlauf. [Dr. Bold beschreibt hier anonymisiert einen konkreten Sinuslift-Fall.]
[FALLBESCHREIBUNG DES ARZTES — anonymisiert, mit Patienteneinwilligung. Gerne mit ein bis zwei Sätzen persönlicher Einordnung, warum das Ergebnis überzeugend war.]
- Ausgangssituation und Restknochenhöhe
- Zugang (lateral / transkrestal)
- Augmentation mit dem surgebright-Allograft
- Heilungsverlauf
- Re-Entry-Befund (vitaler Knochen, Restpartikel)
- Implantation und Ergebnis
[ABBILDUNG 2–4 — eigener Fall von Dr. Bold. Röntgen-Verlaufsserie: (2) präoperativ mit reduzierter Restknochenhöhe, (3) unmittelbar nach Augmentation, (4) Re-Entry / nach Implantation. Optional zusätzlich ein eigenes Histologiebild des Re-Entry-Bohrkerns. Herkunft: eigener Patient, anonymisiert, mit Einwilligung. Das ist der stärkste Beweis und ersetzt jedes Studienbild.]
Ehrliche Einordnung: Volumenstabilität versus Knochenreife
Ich will hier nichts beschönigen, denn genau diese Ehrlichkeit macht einen Erfahrungsbericht glaubwürdig. Gerade im Sinus hat das Xenograft eine echte Stärke: Es resorbiert langsam und hält das augmentierte Volumen über lange Zeit stabil. Wo maximale Langzeit-Volumenstabilität im Vordergrund steht, ist das ein Argument, und ein kombiniertes Vorgehen kann sinnvoll sein. Die Sinusaugmentation ist zudem technik-sensitiv, das Ergebnis hängt stark von Handling und Membranmanagement ab.
Mein Hauptziel im Sinus ist jedoch reifer, vitaler Eigenknochen mit möglichst wenig Restgraft zum Zeitpunkt der Implantation. Für dieses Ziel ist der humane Allograft von surgebright inzwischen mein Material der ersten Wahl, weil er schneller umbaut und die osteoinduktive Komponente mitbringt, die Xenograft und synthetische Materialien so nicht bieten.
Fazit
Der Umstieg auf humanen Allograft hat bei meinen Sinusaugmentationen das gebracht, was ich mir davon versprochen habe: eine schnellere Reife in vitalen Eigenknochen und weniger verbliebenes Fremdmaterial, gestützt durch die Osteoinduktivität des Materials. Die Volumenstabilität des Xenografts bleibt ein legitimes Gegenargument, für meine Priorität der Knochenqualität überwiegt für mich jedoch der Allograft. [Persönlicher Schlusssatz von Dr. Bold.]
Literatur
- Miron RJ. Optimized bone grafting. Periodontol 2000. 2024. doi:10.1111/prd.12517.
- Galindo-Moreno P, de Buitrago JG, Padial-Molina M, Fernández-Barbero JE, Ata-Ali J, O'Valle F. Histopathological comparison of healing after maxillary sinus augmentation using xenograft mixed with autogenous bone versus allograft mixed with autogenous bone. Clin Oral Implants Res. 2018;29(2):192-201. doi:10.1111/clr.13098. PMID 29071736.
- Froum SJ, Wallace SS, Elian N, Cho SC, Tarnow DP. Comparison of mineralized cancellous bone allograft (Puros) and anorganic bovine bone matrix (Bio-Oss) for sinus augmentation: histomorphometry at 26 to 32 weeks after grafting. Int J Periodontics Restorative Dent. [Jahrgang und Seitenzahlen vor Druck verifizieren.]

